Warum 100 m² allein nicht reichen
Die Heizlast ist die Leistung, die ein Gebäude am Auslegungspunkt benötigt. Zwei Häuser mit exakt 100 m² können deshalb völlig unterschiedliche Werte haben: Baujahr, Dämmung, Fenster, Luftdichtheit, Raumtemperaturen und die örtliche Norm-Außentemperatur wirken stärker als die Fläche allein.
Für eine schnelle Plausibilisierung wird häufig mit spezifischen Leistungswerten in Watt pro Quadratmeter gearbeitet. Das ist keine normgerechte Heizlastberechnung, aber eine nützliche Vorprüfung, wenn noch keine detaillierten Raumdaten vorliegen.
Welche Heizlast ist bei 100 m² grob denkbar?
| Gebäudezustand | grobe Spanne | bei 100 m² |
|---|---|---|
| gut saniert / niedriger Bedarf | 40–60 W/m² | 4,0–6,0 kW |
| durchschnittlicher Bestand | 60–90 W/m² | 6,0–9,0 kW |
| älterer, wenig sanierter Bestand | 90–140 W/m² | 9,0–14,0 kW |
Die Spannen überlappen bewusst. Ein gut modernisierter Altbau kann besser sein als ein jüngeres Gebäude mit ungünstiger Geometrie. Umgekehrt können große Fensterflächen, hohe Raumtemperaturen oder viel Außenfläche den Bedarf erhöhen.
Was bedeutet das für eine Wärmepumpe?
Die Wärmepumpe sollte nicht allein nach einem groben Flächenwert ausgewählt werden. Entscheidend ist ihre reale Heizleistung bei der tiefen Außentemperatur und der benötigten Vorlauftemperatur. Ein Gerät, das bei +7 °C nominell 10 kW liefert, kann bei -10 °C und höherem Vorlauf deutlich anders arbeiten.
Prüfe deshalb zusätzlich den Vorlauftemperatur-Check und bei Heizkörpern den 45-°C-Heizkörpercheck. So wird aus einer Flächenabschätzung ein wesentlich brauchbareres Gesamtbild.
Wie wird die Heizlast genauer?
Für eine belastbare Auslegung wird raumweise betrachtet: Außenflächen, U-Werte, Fenster, Lüftungsverluste und die gewünschte Raumtemperatur. Besonders bei Wärmepumpen ist diese Genauigkeit wichtig, weil Überdimensionierung und zu hohe Systemtemperaturen die Effizienz verschlechtern können.
Wenn Verbrauchsdaten vorhanden sind, lohnt zusätzlich die Plausibilisierung über mehrere Heizperioden. Dafür gibt es bei HeizKlug den Heizlast-aus-Ölverbrauch-Rechner und den Gasverbrauch-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel kW Heizung braucht man bei 100 m²?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Als grobe Orientierung können je nach Gebäudezustand etwa 4,0 bis 14,0 kW auftreten. Für die Gerätauswahl sollte die Heizlast genauer bestimmt werden.
Kann ich einfach 100 W pro m² ansetzen?
Als schnelle Überschlagszahl kann das in bestimmten Bestandsgebäuden passen, in gut sanierten Häusern aber deutlich zu hoch und in sehr schlechten Gebäuden zu niedrig sein.
Ist die Kesselleistung die Heizlast?
Nein. Bestehende Kessel sind häufig mit Reserven dimensioniert. Die Nennleistung des alten Wärmeerzeugers ist deshalb kein verlässlicher Ersatz für eine Heizlastberechnung.