Praxis-Ratgeber

Von Heizöl zur Wärmepumpe: Verbrauch richtig umrechnen

Der bisherige Heizölverbrauch ist ein nützlicher Plausibilitätswert – aber keine direkte Angabe für die benötigte Wärmepumpenleistung.

Aus Litern wird zuerst Nutzwärme

Für eine überschlägige Rechnung arbeitet HeizKlug mit etwa 10 kWh Energieinhalt je Liter Heizöl und einem einstellbaren Jahresnutzungsgrad. Bei 80 % Nutzungsgrad werden aus 2.000 Litern beispielsweise rund 16.000 kWh nutzbare Wärme, aus 3.000 Litern rund 24.000 kWh und aus 4.000 Litern rund 32.000 kWh.

Heizöl/JahrNutzwärme bei 80 %WP-Strom bei JAZ 3,5
2.000 l16.000 kWhca. 4.571 kWh
2.500 l20.000 kWhca. 5.714 kWh
3.000 l24.000 kWhca. 6.857 kWh
3.500 l28.000 kWhca. 8.000 kWh
4.000 l32.000 kWhca. 9.143 kWh

Verbrauch ist nicht gleich Heizlast

Der Jahresverbrauch enthält nicht nur die Leistung am kältesten Tag. Er umfasst eine ganze Heizperiode und kann zusätzlich Warmwasser, Kesselverluste und Nutzerverhalten enthalten. Für eine grobe Heizlastabschätzung kann die Nutzwärme durch angenommene Vollbenutzungsstunden geteilt werden. Genau deshalb lässt sich die alte Kesselleistung nicht einfach als Wärmepumpenleistung übernehmen.

Welche Angaben die Rechnung verbessern

Hilfreich sind mehrere Verbrauchsjahre, Informationen zur Warmwasserbereitung, der Zustand des alten Kessels und die tatsächlich benötigte Vorlauftemperatur. Wurde ein Jahr besonders wenig beheizt oder war außergewöhnlich mild, sollte es nicht unkritisch als alleinige Grundlage dienen.

Wärmepumpe nicht nur nach kW auswählen

Neben der Heizlast zählen die Leistungskennlinie bei niedriger Außentemperatur, der Modulationsbereich, die notwendige Vorlauftemperatur und das Warmwasserkonzept. Eine pauschale Sicherheitsreserve kann zu Überdimensionierung führen. Die Verbrauchsrechnung ist deshalb ein Plausibilitätscheck und keine Gerätefreigabe.

Eigene Werte einsetzen

Mit dem Heizlast-aus-Ölverbrauch-Rechner kannst du Verbrauch, Nutzungsgrad und Vollbenutzungsstunden selbst verändern. Für den laufenden Kostenvergleich steht zusätzlich Öl vs. Wärmepumpe bereit.

Wichtig: Die Umrechnung ersetzt keine belastbare Heizlastberechnung und keine Prüfung der konkreten Wärmepumpe am Auslegungspunkt.